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Institut für Mathematik


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© Hedwig Gasteiger

Mathematiklernen in Spielsituationen

Es gibt zahlreiche konzeptionelle Vorschläge für elementare mathematische Bildung. Sie reichen von eng geführten Trainingsprogrammen bis hin zu Ideensammlungen mathematischen Lernens in Alltags- und Spielsituationen. Gerade das Lernen in Spielsituationen wird als zentrales Element im Bereich früher Bildung angesehen, weil es eine altersgemäße Lernform darstellt, die den natürlichen Bedürfnissen des Kindes entspricht. Erste Ideen dazu gehen bereits auf Friedrich Fröbel zurück. 

Dass geeignete Spiele Einfluss auf die Entwicklung mathematischer Kompetenzen haben, konnte bereits vielfach nachgewiesen werden. Der Fokus des Interesses liegt dabei oft auf der Wirksamkeit der Spielintervention bei Kindern, die besondere Schwierigkeiten beim Mathematiklernen haben oder ungünstige Lernvoraussetzungen mitbringen. Teilweise wurden explizit für die Untersuchung Spiele kreiert oder modifiziert bzw. durch die Arbeit mit Bilderbüchern und Reimen ergänzt, teilweise wurden aber auch handelsübliche Spiele verwendet. In der Regel handelte es sich um Schulkinder oder Kinder unmittelbar vor Schuleintritt.

Die Tatsache, dass Lernanregungen im Elternhaus offensichtlich einen deutlichen Einfluss auf die mathematischen Vorkenntnisse von Kindern – noch vor Besuch der ersten Bildungsinstitution – ausüben, lieferte Motivation, die Rolle von Spielsituationen gerade bei jüngeren Kindern näher zu untersuchen. Zudem sind gerade dann herkömmliche Spiele, die in möglichst unverfälschten Spielsituationen zum Einsatz kommen, von besonderem Interesse. Im Forschungsprojekt MaBiis wurde untersucht, ob und inwieweit herkömmliche Würfelspiele wie z. B. Mensch ärgere dich nicht oder Fang den Hut bei regelmäßigem Einsatz Einfluss auf die Entwicklung elementarer mathematischer Fähigkeiten haben. Erhoben wurden sowohl Leistungsdaten als auch qualitative Daten zur Interaktion in der Spielphase.

Publikationen:

  • Gasteiger, H., & Moeller, K. (2021). Fostering early numerical competencies by playing conventional board games. Journal of Experimental Child Psychology, 204, 105060, 1-15. online hier lesbar
  •  Gasteiger, H. (2020). "Fang den Hut" und vieles mehr - Mathematisches Lernen in Alltag und Spiel. KiTa aktuell spezial, 1/2020. Carl Link Verlag, S. 4-6.
  • Gasteiger, H., Obersteiner, A., & Reiss, K. (2015). Formal and Informal Learning Environments: Using Games to Support Early Numeracy. In J. Torbeyns, E. Lehtinen, & J. Elen (Eds.), Describing and Studying Domain-Specific Serious Games (pp. 231-250). Cham, Heidelberg, New York, Dordrecht, London: Springer. http://dx.doi.org/10.1007/978-3-319-20276-1_14
  • Gasteiger, H. (2015). Early Mathematics in Play Situations: Continuity of Learning. In: B. Perry, A. Gervasoni & A. MacDonald (Eds.), Mathematics and Transition to School: International Perspectives (pp. 255-272). Singapore: Springer. https://doi.org/10.1007/978-981-287-215-9_16