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Institut für Mathematik


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Entwicklung eines schulfachübergreifenden Instruments
zur videobasierten Klassifikation metakognitiv-diskursiver Unterrichtsqualität
am Beispiel der Fächer Geschichte, Mathematik, Religion

 

Antragsteller:
Elmar Cohors-Fresenborg, Mathematikdidaktik, Universität Osnabrück
Frank Lipowsky, Empirische Schul- und Unterrichtsforschung, Universität Kassel
Anna-Katharina Praetorius, Pädagogische Psychologie, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Frankfurt

Mitverantwortliche:
Martina Blasberg-Kuhnke, Pastoraltheologie und Religionspädagogik, Universität Osnabrück
Meik Zülsdorf-Kersting, Didaktik der Geschichte, Universität Osnabrück

Mitarbeiterin:
Edyta Nowinska, Mathematikdidaktik, Universität Osnabrück

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Laufzeit: 01.03.2015 - 31.05.2018

 

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines fachübergreifenden Kodier- und Ratinginstruments zur Erfassung der metakognitiv-diskursiven Unterrichtsqualität.

Unter den Einflussvariablen des Lernerfolgs kommt der Metakognition in diversen untersuchten Fächern große Bedeutung zu. In bisherigen Untersuchungen finden sich jedoch teilweise nur sehr geringe Effekte metakognitiven Wissens und metakognitiver Fähigkeiten auf die Bewältigung problemhaltiger Anforderungen. Dieser Befund wird in den betreffenden Publikationen damit erklärt, dass ausschließlich metakognitive Anregungen der Lehrpersonen erfasst wurden, eigenständige metakognitive Aktivitäten der Lernenden hingegen nicht einbezogen wurden. Neuere Untersuchungen zeigen zudem, dass Metakognition im Unterricht nicht losgelöst von der im Unterricht umgesetzten Diskursqualität betrachtet werden kann. Diskursqualität ist im Unterricht insofern von Bedeutung – und dies in Bezug auf einen Großteil der schulischen Unterrichtsfächer –, als Lernprozesse nur dann angeregt werden können, wenn im Rahmen von Diskussionen und Gesprächen Aussagen und Argumente präzise vorgetragen werden und sich in stringenter Art und Weise aufeinander beziehen. Ist dies nicht gegeben, kann in einem nächsten Schritt auch die Planung, Überwachung und Reflexion von damit verbundenen Aktivitäten nicht ertragreich sein. Zusammengenommen kann also vermutet werden, dass eine kombinierte Erfassung von Metakognition und Diskursivität im Unterricht im Sinne einer metakognitiv-diskursiven Unterrichtsqualität über die bislang in der Unterrichtsforschung unterschiedenen Konstrukte hinaus einen bedeutsamen Beitrag zur Erklärung des unterrichtlichen Lernerfolgs bieten kann.

Im Zentrum des geplanten Projekts steht die Entwicklung eines Kodier- und Ratinginstruments zur Erfassung metakognitiv-diskursiver Unterrichtsqualität: Mit dem zu entwickelnden Instrument sollen neben den in bisherigen Untersuchungen im Vordergrund stehenden metakognitiven Anregungen der Lehrperson auch metakognitive Aktivitäten der Lernenden sowie die diskursive Qualität des Unterrichts abgebildet werden. Das Instrument soll fachübergreifend einsetzbar sein. Vorarbeiten in Bezug auf die Entwicklung eines entsprechenden Kategoriensystems existieren bereits.

Für die Entwicklung des Instruments sollen Unterrichtsvideos aus den drei Fächern Geschichte, Mathematik und Religion (je Fach 5 Lehrkräfte mit je 4 Stunden) erhoben und analysiert werden. Mittels Generalisierbarkeits- und Entscheidungsstudien sollen Reliabilität, Varianzverteilung und Anzahl der Unterrichtssequenzen ermittelt werden, die zur Messung der metakognitiv-diskursiven Unterrichtsqualität pro Lehrkraft erforderlich sind.

 

Literatur:

  • Nowińska, E.; Praetorius, A.-K. (im Druck): Evaluation of a Rating System for the Assessment of Metacognitive-Discursive Instructional Quality (eingereichter Aufsatz zur Tagung "The tenth Congress of the European Society for Research in Mathematics Education" in Dublin).
  • Nowińska, E. (2016): Leitfragen zur Analyse und Beurteilung metakognitiv-diskursiver Unterrichtsqualität. Osnabrück: Forschungsinstitut für Mathematikdidaktik. (FMD, Bestellung)
  • Nowinska, E. (im Druck): The design of a high inference rating system for an evaluation of metacognitiv-discursive teaching and learning quality (eingereichter Aufsatz zu der Tagung "Third ERME Topic Conference on Mathematics Teacher Education in Berlin, 2016").
  • Nowinska, E. (2016). Entwicklung eines schulfachübergreifenden hoch inferenten Ratingsystems zur reliablen Beurteilung metakognitiv diskursiver Unterrichtsqualität. In: Beiträge zum Mathematikunterricht 2016, S. 711-714. Münster: WTM.
  • Cohors-Fresenborg, E.; Kaune, C.; Zülsdorf-Kersting, M. (2014): Klassifikation von metakognitiven und diskursiven Aktivitäten im Mathematik- und Geschichtsunterricht mit einem gemeinsamen Kategoriensystem. Osnabrück: Forschungsinstitut für Mathematikdidaktik.
  • Cohors-Fresenborg, E. (2012): Metakognitive und diskursive Aktivitäten - ein intellektueller Kern im Unterricht der Mathematik und anderer geisteswissenschaftlicher Fächer. In H. Bayrhuber, U. Harms, B. Muszynski, B. Ralle, M. Rothgangel, L.-H. Schön, H. J. Vollmer & H.-G. Weigand (Hrsg.), Formate Fachdidaktischer Forschung, Empirische Projekte - historische Analysen - theoretische Grundlegungen, S. 145-162. Münster: Waxmann.

 

Kategoriensystem:

  • deutsche Fassung (18.05.2016) PDF
  • English Version (18.05.2016) PDF